Wie ja die die meisten von euch wissen, ist Halloween ein sehr wichtiges Fest hier in den USA. Viele Häuser sind außen dekoriert mit Kürbissen und grusligen Gestalten, die es überall zu kaufen gibt. Auch viele Geschäfte nehmen an dem Spektakel teil und laden zu bestimmten Zeiten die Kinder ein, um in Kostümen Süßigkeiten einzusammeln.
Halloween ist ja eigentlich erst am 31. 10. aber bereits jetzt ist die Stadt mit Vogelscheuchen "dekoriert" und überall werden Halloween-Parties gefeiert.
Bei solch einer Party waren gestern Abend auch Mike und ich (aber wir mussten uns nicht verkleiden). Eine der jungen Englischlehrerinnen, Jessica, hat uns eingeladen. Das Beisammensitzen am Lagerfeuer war echt gemütlich , aber das Highlight war die stadtbekannte "haunted hayride". Direkt nebenan von Jessicas Haus findet jedes Jahr einige Tage lang diese Hayride statt. Dabei handelt es sich um folgendes: Man bezahlt Eintritt und setzt sich dann auf einen Traktoranhänger, der rundherum am Rand Strohbinkel hat, die als Sitzgelegenheit dienen. Der Traktor fährt dann ein Runde (ca. 15 min) durch einen Wald, wo sich überall Monster, Skelette, Mörderer und andere Gestalten rumtreiben. Die springen dann aus den Büschen und auf den Anhänger rauf usw. Außerdem werden richtige Skulissen aufgebaut...mit Häuserfassaden wie im wilden Westen, einem großen Holzschiff, kleinen Holzhütten etc. So wie ein grusliges Märchenland. Ist echt sehenswert und super gemacht.
Jedenfalls sind wir gestern Abend zu der haunted hayride rübermaschiert und haben uns den Spaß gegeben. Ich, als alter Hosenscheißer, war schon im Vorhinein ganz zittrig (was aber vielleicht auch an der Kälte gelegen hat). Deshalb hab ich mich auf dem Anhänger gleich zwischen Mike und unseren Freund Bruce, den Französischlehrer, gesetzt. Bruce ist über 50 und lässt sich von den Schülern nix gefallen, drum hab ich mir gedacht, da bin ich sicher. Allerding hat sich sehr rasch herausgestellt, dass Bruce ein noch größerer Angsthase ist als ich. Ständig ist er vor Schreck aufgesprungen und hat geschrien. Vor allem, als dann der Typ mit der Kettensäge auf den Anhänger gesprungen ist, konnte er sich fast nicht mehr halten. Das war echt amüsant! Ich hab die ganze Zeit hinter mich geschaut, damit ich gleich die Monster gesehen hab, die aus dem Dickicht auf uns zusprangen. Dadurch hab ich fast alle kommen gesehen und mich nicht ganz so geschreckt. Leider habe ich dadurch auch viel von der Action auf der anderen Seite des Anhängers verpasst, was wirklich Schade ist, weil es schon super war. Es gab zB das Schiff von Fluch der Karibik mit dem grausligen Typen der so einen komischen Bart hat. Dort wurde auch eine Kanone abschossen.
Das Ganze war echt ein Erlebnis und halt so richtig amerikanisch. Das hätt euch allen sicher auch voll getaugt. Ich kann mir direkt vorstellen, wie viel Mama da geschrien hätt. Hab auf jeden Fall an euch dabei gedacht!
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